Über uns, heißt über meine Frau und über mich, seid wir uns kennen.

Am 29.07.1997 lernte ich meine Frau Janett (Netti),

durch einen Zufall, beim Hochwassereinsatz kennen.

Ich war bei beim Oderhochwasser 97 im Katastrophenschutz

freiwilliger Deichläufer und musste meinen Pieper,

der Postleitzahlgebunden war, in Wriezen in der Telefonzelle

immer für das neue Postleitzahlengebiet umstellen.

Da dafür ein langer 16stelliger Code notwendig war

klemmte ich mein Kärtchen mit den Daten hinter die Plexiglasscheibe.

Da würde ja niemand dran kommen, dachte ich,

doch Netti schaffte es und versuchte die Nummer zu wählen.

Doch ihr eingeworfenes Geld war mit einem Schlag weg,

Scoll kostete ja 2,60 DM pro Anruf,

also legte sie schnell wieder auf und versuchte

es 2 Tage später von zu Hause aus noch einmal.

Mein Pieper schrillte als ich auf dem Weg zu Deich war!

Ich versuchte eine noch funktionierende Telefonzelle zu finden

und wählte die Nummer die mich angepiept hatte,

denn es war ja eine Wriezener Vorwahl und das Amt Barnim

befindet sich in Wriezen. Es hätte also ganz wichtig sein können!

Ich wählte und hörte eine Frauenstimme sagen "das kann nur

meine große Tochter gewesen sein", ich antwortete

"ok dann rufe ich nachher noch mal an wenn sie da ist".

Ich fuhr weiter zum Deich, übernahm meinen Dienst und borgte mir von

einem Kumpel das Handy und rief nochmals an.

Jetzt ging sie ran!

Wir unterhielten uns eine Weile und verabredeten uns für später.

Gesagt getan und wir trafen uns 2 Tage später beim damaligen

MiniMal, heute ist dort REWE drin, auf dem Parkplatz und so nahm

alles seinen Lauf.

Wir verliebten uns und heirateten am 07.09.2002 !!!

 

Das Hochzeitskleid hatte ich ihr genäht und sie besitzt es heute noch,

aber auf dem Bild trägt sie leider die Armstulpen, die ich dazu fertigte,

nicht mehr. Ich schaue mal ob ich für weiter unten auf der Seite noch ein paar mehr Bilder finde!

Wir hatten uns die ersten Jahre gegen Kinder entschieden, da Netti eine

schlimme Erbkrankheit ihrer Mutti hätte haben können.

Ihr Opa und ihr Onkel hatten diese Krankheit auch, die sich

Kleinhirnathrophie (kurz SCA1) nennt. Das wollten wir

unseren Kindern auf keinen Fall antun!

Am 02.10.2014 erfuhren wir in der Uniklinik Göttingen dann,

dass meine Frau diese Erbgene nicht ausreichend für einen

Ausbruch in sich trägt, sie hat die Krankheit nicht.

Mir und besonders uns viel ein riesen Fels vom Herzen,

denn ich hatte vorher noch nach oben geschaut und gebeten

"gib mir irgendwas und ich werde damit fertig,

aber verschone meine Frau!", dass Sie nicht hat.

Wir entschieden nun es doch mit Kindern zu versuchen,

aber es klappte nicht und dann kam am 07.11.2016 meine Diagnose.

Gehirntumor, Glioblastom Grad IV, 

Teilentfernung durch OP am 05.12.16,

der Glio IV gilt bis heute als unheilbar. 

Lebenserwartung 2 Jahre, wurde mir

im Februar 2017 gesagt. 

Von dort an kippten wir diesen Wunsch auf Nachwuchs ganz.

Jetzt hat meine Frau mich als Pflegefall, sie hat doch

vorher schon ihre Mutti und meinen Vater gepflegt,

aber wir halten zusammen.

In guten wie in schlechten Tagen, haben wir uns ja geschworen!

Wir versuchen, wann immer wir können, mit dem Wohnmobil

den Alltag zu entfliehen und für kurze Zeit meine Krankheit zu vergessen.

Aber das gelingt uns nicht immer und viel zu selten,

denn mit dem bisschen Krankengeld bzw nun Rente

kommt man einfach nicht mehr weit.

Obwohl wir nun ja auch im Wohnmobil leben, weil wir Ende

des Jahres wieder nach Frankfurt(Oder) ziehen wollen

und Geld sparen müssen für Kaution und Umzug,

kommen wir so schon kaum trotz Sparsamkeit kaum über die Runden.

Allein nach meiner Reha bekam ich nur ein bisschen über  600 Euro,

das musste 1,5 Monate reichen bis das nächste Krankengeld kam.

Weil die Kasse ja immer rückwirkend zahlt und die Rentenkasse

hat das Übergangsgeld bei der Reha aber im Vorfeld gezahlt.

Dazu, zu den knapp 600 Euro, kam nur noch mein Pflegegeld in Höhe von

316,00 Euro dazu, also um die 900 Euro für ganze 7 Wochen.

Ob und wie sich das alles geändert hat könnt ihr beim richtigen

Zeitpunkt im Tagebuch nachlesen, die Verlinkung dazu findet ihr

weiter unten hier im Blog (jetzt Ende April2018).

 

In meiner Facebookgruppe kann

man alles von kurz nach meiner

Diagnose an alles nachlesen.

Ich lasse euch gern rein!